Pfarrzentrum St. Quirin, München

Foto: Markus Dobmeier
Architekt

Andreas Holzapfel

Team

Anna Lochner, Nicolas Boissel, Roland Liesegang, Florian Wagner, Bernhard Schambeck

Adresse

München, Ubostraße 6

Projektdatum

2021

St. Quirin – Umbau und Modernisierung Pfarrheim, Erweiterung Pfarramt

Das ursprüngliche Pfarrheim aus den 60er Jahren wurde unter Verwendung bestehender Bauteile neu strukturiert, energetisch saniert und funktionell optimiert.

Konzeptionelles Ziel der Baumaßnahme war es, die Sicht- und Wegebeziehung zwischen Pfarrheim und Kirche durch eine veränderte Zugangssituation zu stärken und die Freianlagen aufzuwerten. Durch Anlagern neuer gedeckter Außen- und Foyerbereiche an die Längsseiten des Pfarrsaals werden die energetischen Vorgaben erreicht – das Gebäude wurde nach der EnEV 2014 energetisch saniert – und die Räume öffnen sich nach außen, zur Obstwiese und zur Kirche.

Der Pfarrsaal mit flexibel nutzbarer Bühne bekommt zusätzliches Tageslicht durch bodentiefe Fenster und neue Oberlichtbänder aus Lärchenholz in einem angehobenen Holzdachstuhl, von außen umhüllt durch eine Verkleidung aus transluzentem Kupfermesh, die als Faltkonstruktion geöffnet werden kann. Die neue Dachkonstruktion besteht aus Brettschichtholzbindern und vorgefertigten Paneel-Deckenelementen mit integrierter Dämmung, Aufdachdämmung und Kupferdeckung. Der große Saal erhält somit einen luftigen Charakter, unterstrichen durch hohe Vorhänge an Bühne und Fenstern.

Nach Westen ist dem Pfarrsaal eine Veranda vorgelagert, die zum Verweilen einlädt. Der wie ein Erker in die Veranda vorspringende Gartensaal sorgt für räumliche Abwechslung.
Auf der Ostseite, zum zurückgezogenen Pfarrgarten hin, liegt das Foyer mit einer Fassade aus Lärchenholz und Glas. Als Filter und Sonnenschutz sind Elemente aus vertikalen Holzlamellen davor gesetzt.

Die Erweiterung in Holzbauweise kombiniert die konstruktiven Vorteile des geringen Gewichtes mit dem ästhetischen Ausdruck, indem die konstruktiven Elemente als fertige Holzoberflächen in Sichtqualität erfahrbar bleiben.

Als neuer Wärmeerzeuger wurde eine Grundwasserwärmepumpe installiert.

Alle Hauptnutzungen wurden ins Erdgeschoss verlegt, um eine weitestgehende barrierefreie Nutzung zu ermöglichen.

Die Umgestaltung der Außenanlagen (Realgrün Landschaftsarchitekten) erfolgte in erster Linie mit dem Ziel, die großen Asphaltflächen nördlich und westlich des Pfarrheimes zu entsiegeln.
Als dörfliches Gegenüber zur Kirche wurde vor dem Pfarrheim eine Obstwiese angelegt. Die Stellplätze für Fahrräder und Autos wurden auf zwei kleinere Flächen vor dem Pfarrhaus und vor dem Kindergarten verteilt.

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