Wettbewerb Geowissenschaften – 2. Phase

Architekt

Beatrix Gruber, Andreas Holzapfel

Team

Dace Svekre, Bernhard Schambeck, Lukas Schwabenbauer, Energie: IB Bauer Unterschleißheim, Landschaft: Doris Gruber-Reif, Straubing

Adresse

Schillerstraße, München

Projektdatum

2018

Der Bauplatz für das Geozentrum liegt an einer Übergangsstelle im Stadtgefüge: Die von Norden kommende, dichte Struktur mit durchgängiger Besetzung der Blockränder löst sich nach Süden auf in die offenere Struktur der Instituts- und Klinikbauten, die den Blockrand nur noch abschnittsweise belegen und die klare Trennung von privatem Hofraum und öffentlichem Straßenraum aufgeben. Stattdessen gibt es den Straßen zugewandte Gärten und Parks.

Die städtebauliche Anordnung des neuen Gebäudes thematisiert diesen Übergang. Von Norden kommend nimmt es zunächst die zurückspringende Baulinie auf und besetzt diese mit einem niedrigeren Anschlussbauteil (hier liegt auch die Hauptzufahrt), um dann, den Rücksprung des Gebäudes Goethestraße 29 aufnehmend, ins Blockinnere abzuknicken. Es entsteht ein zur Schillerstraße offener, perspektivisch zulaufender Freiraum, der 3-seitig durch Gebäude gefasst ist und als öffentliches Element Alt und Neu verbindet.

Prämisse des städtebaulichen Konzepts ist es, das neue Gebäude in seiner Gestaltung maßstäblich und spannungsfrei in die Umgebung zu integrieren. Dies gelingt durch die Aufnahme typologischer und formaler Bezüge zum Kontext. Die Höhe der nördlich anschliessenden Gebäude wird aufgenommen und fortgesetzt, die Abstufung des Baukörpers nach Süden thematisiert Offenheit und nimmt Bezug auf kristalline Strukturen. Die entstehenden Terrassen beleben das Gebäude zum Garten und zur Straße hin und können selbst zu gestalteten Gärten am Gebäude werden. Entlang der Nordseite wird zu den bestehenden Brandwänden und Höfen Abstand gehalten, um Licht, Luft und Sonne für die Nachbarn möglichst wenig zu beeinträchtigen. Gleichzeitig führt der Abstand zu Vereinfachungen bei der späteren Bauausführung.

Das Schaufenster zu ebener Erde steht barrierefrei allen Besuchern offen und ist vom öffentlichen Grünraum auf der Südseite aus erreichbar. Von hier aus kommt man in die ebenfalls öffentlich zugänglichen Bereich wie Bibliothek und Cafe.

Entlang der Südseite erfolgt auch die vertikale Haupterschliessung mit 2 Treppenräumen und Personenaufzügen. Drei übereinander liegende, zweigeschossige Hallen mit Lufträumen entlang der Südseite fassen jeweils die Nutzungsbereiche öffentliches Schaufenster – Labor – Büro über die Stockwerke zusammen, machen Raumzusammenhänge erlebbar und öffnen das Gebäude mit Terrassen zum Garten. Von hier ausgehend sind die oberen Geschosse kammartig erschlossen. Zwischen den Nutzungsbereichen liegen Innenhöfe, die die Flure begleiten. Die Flure enden an der Nordseite an einem Verbindungsflur, an dem eine weitere Reihe von Treppenräumen und der Lastenaufzug liegen.

Baukörper und Fassaden nehmen durch Abstraktion, Rhythmus und serielle Wiederholung gleicher Formate Bezüge zu Vorbildern aus der Welt der Kristalle auf. Unterschiedlich behandelte Gläser mit eingelegten Metallgeweben zur Reduzierung der Sonneneinstrahlung erzeugen ein Spiel aus Spiegelung und Transparenz mit klar einsehbaren Bereichen im Erdgeschoß und opakeren oberen Geschossen.

 

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