Universitätssternwarte

Architekt

Beatrix Gruber, Andreas Holzapfel

Team

Bernhard Schambeck, Florian Wagner, Rodion Kosmin, Anne von Detten, Charlotte Fleck

Adresse

Scheinerstraße 1, 81679 München

Projektdatum

2021-2025

Die Universitätssternwarte der Ludwig-Maximilians-Universität befindet sich auf einem parkähnlichen Grundstück in der Scheinerstraße 1 in München-Bogenhausen. Im südlichen Teil des Grundstücks befindet sich das historische Refraktor-Gebäude mit der prägenden Beobachtungskuppel sowie ein kleineres Gebäude mit Meridiankreis, im Norden das Instituts-gebäude, ein Bestandsbau von 1967 mit Seminarräumen und Büros.
Im Rahmen der High-Tech-Agenda Bayern wurde eine Erweiterung des Institutsgebäudes geplant, um Büroräume für neue Professuren zu schaffen. Zunächst sollte ein ebenerdiger Anbau konzipiert werden. Um aber den Baumbestand vollständig erhalten zu können und dem Schutz der Bodendenkmäler gerecht zu werden, wurde im Planungsprozess eine Erweiterung in Form einer Aufstockung geprüft und als flächen- und ressourcenschonende Alternative favorisiert.
Nach der Entscheidung für die Aufstockung umfasste die Baumaßnahme die Errichtung einer eingeschossigen Aufstockung des Hauptgebäudes über dem 1.Obergeschoss, den Umbau des im 2. Obergeschoss bereits vorhandenen Seminarraums zu einer Nebenraumzone und die Sanierung des bestehenden, nicht von der Aufstockung überbauten Flachdachs. Im Außen-bereich wurde als zusätzlicher Rettungsweg für 1. und 2. Obergeschoß eine zweiläufige Treppe als Stahlkonstruktion errichtet.
Gelände, Bäume und Bodendenkmäler bleiben unberührt, das Gesamtensemble kann erhalten werden. Alle Büros sind auf kurzem Wege zu erreichen, bestehende Erschliessungselemente können für die Erweiterung nach oben genutzt werden. Die Konzeption ermöglicht den gewünschten Zuwachs an Räumen.
Die Aufstockung ist auf dem Bestandsbau dreiseitig um den bestehenden Innenhof und den ehemaligen Seminarraum angeordnet. Die Öffnung nach Süden wahrt den Abstand zum denkmalgeschützten Refraktor. Die Aufstockung tritt gegenüber dem Bestandsgebäude respektvoll zurück, im Süden weitet sich die neue Dachterrasse auf, ein schlankes Vordach spendet Schatten und verbindet die offenen Enden von Ost- und Westflügel.
Die Fassadenflächen der Aufstockung sind mit einer vertikalen Verkleidung aus grau lasierten Lärchenbrettern belegt, die durch vertikale Pfosten und eine horizontale Stufung, die den Sonnenschutz aufnimmt, strukturiert ist. Die großen Doppelfenster aus klar lackierter Lärche nehmen vorhandene Proportionen und den ruhigen Rhythmus der darunter liegenden bestehenden Fensterbänder auf.
Das Farbkonzept der Gebäudehülle folgt der städtebaulichen Absicht, am Bestandsbau weiterzubauen und mit diesem ein harmonisches Ganzes zu bilden.
Die Innenräume mit grünen Linoböden, Decken und Flurwänden mit Holzoberflächen aus Fichte und Türrahmen und Sockelleisten aus Lärche – analog zu den Fenstern – folgen einem komplementären Farbkonzept. Es ergibt sich eine ruhige, konzentrierte und alle Sinne ansprechende Atmosphäre.

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